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RALFBEIDERWIEDEN

Blog

So manches wäre zu sagen…

In diesen Tagen, März 2020, wohl vor allem über die Corona-Situation

HALTET DIE SCHULEN OFFEN!

22. Oktober 2020

Macht um Himmels willen die Schulen nicht zu! Zum Einen sind sie keine Infektionsherde. Es gibt klare Regeln des Kultusministeriums. Jede Schule hat ihr Hygienekonzept, und im Großen und Ganzen funktioniert das ordentlich, meistenteils sogar ausgezeichnet. Ein Thema bleiben sicherlich die Schulbusse und Bahnen, aber zumindest zum Teil ist das lösbar. Zum Zweiten: Schülerinnen und Schüler sind junge Menschen. Natürlich müssen sie Kontakt zueinander haben, und das nicht nur digital. Sie brauchen physische Nähe wie die Luft zum Atmen. Und natürlich werden sie einander treffen. Dann aber ist es viel besser, sie kommen in der Schule zusammen als auf Parties oder gar auf dem Frankfurter Opernplatz. Schule ist Schutzraum. Zum Dritten: Unsere mächtigste Waffe ist nicht die Maske, nicht die Quarantäne und nicht der Impfstoff. Unsere mächtigste Waffe im Kampf gegen die Seuche ist die soziale Verantwortung: Sie hat uns mehr als alles andere geholfen, trotz alledem bisher einigermaßen ordentlich durch das verrückte Jahr zu kommen. Gemeingeist und Bürgersinn. Maske ist gut, Abstand ist besser. Hände waschen und desinfizieren. Kohorte zusammenhalten. Spielen geht, Singen geht nur draußen, so leid es uns tut. Wo aber sollen junge Menschen das lernen, wenn nicht in der Schule? Das geht spielerisch in den Kitas schon los, darum sind ja auch die Kitas und Schulen keine Infektionsschleudern, ganz im Gegenteil. Sie sind einer der wichtigsten Beiträge zum Infektionsschutz. Haltet die Schulen offen!

ABSTAND

Bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache dürften in diesen Tagen die Telefone heiß laufen. Die Sprache pulsiert. Das neue Wort des Jahres – und auch das Unwort – werden etwas mit Corona zu tun haben, jede Wette. Die Auswahl ist üppig. Ausgangssperre – Ausgangsbeschränkung – Kontaktverbot – Kontaktbeschränkung – Schulschließung – Shutdown oder Lockdown - Infektionskette – Social Distancing, oder, wer’s lieber so hat, soziale Distanz; Home Office – Home Schooling oder, in der bayerischen Variante, Schul dahoam; Corona-Parties (entsetzliches Wort!); Spreader-Events und Super-Spreader- Events; Testkapazitäten, Risikogebiete und Hochrisikogebiete; Maskenpflicht, Containment Scout; bis hin zu, aus dem Munde Bodo Ramelows, Spucklappen und Volksmasken. Dann schon eher Schnutenpulli. Nachgetragen ein Monstrum, im Oktober: Beherbergungsverbot. Brrrrrr. Aber jetzt, hier kommt die Königin: ÖFFNUNGSDISKUSSIONSORGIEN! Herrlich, ich mag‘s, und die Kanzlerin hat so was von Recht! Und immer wieder Quarantäne. Woher kommt das Wort eigentlich? Sicherlich aus dem Französischen: Quarante heißt 40. Ein Zeitraum von 40 Tagen ist dann wohl eine Quarantaine, so wie eine Semaine ein Zeitraum von 6 Tagen ist, also eine Woche, eigentlich (haben die den Sonntag nicht mitgezählt?). Aber das Schönste, Schlichteste und doch Wichtigste aller Wörter, ich liebe es und würde es für den ersten Preis vorschlagen, ist: ABSTAND. April / Juli 2020

CORONA: SHUTDOWN

Montag, 16. März 2020

Kekulé hat bei Anne Will erläutert, wie und warum die jetzt eingeschlagene Linie überhaupt funktionieren kann und warum etwas so Unglaubliches gelingen kann wie in Wuhan, die Corona-Seuche beinahe zu besiegen. Bis zu dem Augenblick hatte ich’s für chinesische Propagandazahlen gehalten. Wenn es uns nämlich gelänge, das öffentliche Leben praktisch komplett für einen Zeitraum von nur zwei Wochen lahmzulegen – dann wäre Corona durch. Die einen hatten’s und sind wieder gesund (bis auf die wenigen Opfer); die anderen sind für zwei Wochen vor Ansteckung geschützt gewesen, und länger hält sich das Virus nicht. Nach zwei Wochen ist Covid-19 weg. Praktisch komplett weg, zunächst mal. Und dann könnte man fachgerecht die zweite Verteidigungslinie aufbauen. (Natürlich geht es auch zuerst einmal darum, etwas Zeit zu gewinnen, die Zahl der Infektionen ein wenig zu strecken, damit nicht auf den Intensivstationen die Sicherung durchbrennt. Aber wenn es nur darum ginge, müssten wir den Ausnahmezustand für etliche Monate durchhalten, bis endlich ein Impfstoff verfügbar ist: Das allein kann es nicht sein. Wir brauchen nicht eine leichte Infektionsbremse, sondern eine Vollbremsung. Nicht das „Containment“, sondern das „Roll Back“.) Zwar: Einen so kompletten Shutdown bekommen wir wohl nicht hin, gleichwohl: Über vier Wochen die Schulen zumachen, die Kitas (was am schwersten ist), die Theater, die Museen, die Schwimmbäder, die Restaurants und alles – das kann schon wirklich viel bringen, möglicherweise die Seuche in die Knie zwingen. Das funktioniert aber nur, wenn sich die Menschen dran halten; wenn dann nicht nächtliche School’s-out-parties gefeiert werden, mit zig grölenden Jugendlichen, wie Freitag in meiner Nachbarschaft. Wunderbar war der Sonntagnachmittag im Schlossgarten. Die halbe Stadt war, schien es, bei herrlichem Frühlingswetter auf den Beinen. Da hieß es natürlich: Immer schön Abstand halten, niemandem nahekommen. Aber das geht da draußen wunderbar, ist gesund, es gibt immer noch genügend sozialen Kontakt, keiner kriegt den Lagerkoller. Wirklich vorbildlich ist die Ansage, die die Leiterin des Studienseminars Oldenburg für Gymnasien auf der Website (www.studienseminar-oldenburg.de) gemacht hat: Alle Termine mit Personenkontakt absagen, keine Sitzungen irgendeiner Art; niemand, außer in dringenden Notsituationen, betritt das Verwaltungsbüro; alles telefonisch, per Mail, wichtige Akten in den Briefkasten. Auch diese Ansage nur per mail, dann auf die Website. – Ganz unverantwortlich hingegen öffentliche Einrichtungen, die – ohne ganz große Not – jetzt noch Kunden- oder Benutzerkontakt am Tresen zulassen, womöglich zu Betriebsversammlungen mit 50 oder mehr Teilnehmern zusammenrufen. Die Mitarbeiter kommen abends nach Hause und stecken ihre Familie an. Das Schöne ist, dass die, die uns regieren, mit ruhiger, sicherer Hand die richtigen Entscheidungen treffen. Wohl dem Land, das einen Stefan Weil als Ministerpräsidenten hat: „Meine herzliche Bitte an alle Nachbarn: Schauen Sie, wer in Ihrer Umgebung genau jetzt Unterstützung gebrauchen kann.“ Und doch: Wie sagt die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts? „Letztlich ist jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ein guter.“ Sagt alles ab. Macht alles dicht. Für zwei oder vier Wochen. Arbeitet an eurem Schreibtisch im Büro oder zuhause. Davon geht Deutschland nicht unter. Bleibt gesund. Euer Ralf Beiderwieden 16. März 2020
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In diesen Tagen, März 2020, wohl vor allem über die Corona-Situation

HALTET DIE SCHULEN OFFEN!

22. Oktober 2020

Macht um Himmels willen die Schulen nicht zu! Zum Einen sind sie keine Infektionsherde. Es gibt klare Regeln des Kultusministeriums. Jede Schule hat ihr Hygienekonzept, und im Großen und Ganzen funktioniert das ordentlich, meistenteils sogar ausgezeichnet. Ein Thema bleiben sicherlich die Schulbusse und Bahnen, aber zumindest zum Teil ist das lösbar. Zum Zweiten: Schülerinnen und Schüler sind junge Menschen. Natürlich müssen sie Kontakt zueinander haben, und das nicht nur digital. Sie brauchen physische Nähe wie die Luft zum Atmen. Und natürlich werden sie einander treffen. Dann aber ist es viel besser, sie kommen in der Schule zusammen als auf Parties oder gar auf dem Frankfurter Opernplatz. Schule ist Schutzraum. Zum Dritten: Unsere mächtigste Waffe ist nicht die Maske, nicht die Quarantäne und nicht der Impfstoff. Unsere mächtigste Waffe im Kampf gegen die Seuche ist die soziale Verantwortung: Sie hat uns mehr als alles andere geholfen, trotz alledem bisher einigermaßen ordentlich durch das verrückte Jahr zu kommen. Gemeingeist und Bürgersinn. Maske ist gut, Abstand ist besser. Hände waschen und desinfizieren. Kohorte zusammenhalten. Spielen geht, Singen geht nur draußen, so leid es uns tut. Wo aber sollen junge Menschen das lernen, wenn nicht in der Schule? Das geht spielerisch in den Kitas schon los, darum sind ja auch die Kitas und Schulen keine Infektionsschleudern, ganz im Gegenteil. Sie sind einer der wichtigsten Beiträge zum Infektionsschutz. Haltet die Schulen offen!

ABSTAND

Bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache dürften in diesen Tagen die Telefone heiß laufen. Die Sprache pulsiert. Das neue Wort des Jahres – und auch das Unwort – werden etwas mit Corona zu tun haben, jede Wette. Die Auswahl ist üppig. Ausgangssperre – Ausgangsbeschränkung – Kontaktverbot – Kontaktbeschränkung – Schulschließung – Shutdown oder Lockdown - Infektionskette – Social Distancing, oder, wer’s lieber so hat, soziale Distanz; Home Office – Home Schooling oder, in der bayerischen Variante, Schul dahoam; Corona-Parties (entsetzliches Wort!); Spreader-Events und Super-Spreader-Events; Testkapazitäten, Risikogebiete und Hochrisikogebiete; Maskenpflicht, Containment Scout; bis hin zu, aus dem Munde Bodo Ramelows, Spucklappen und Volksmasken. Dann schon eher Schnutenpulli. Nachgetragen ein Monstrum, im Oktober: Beherbergungsverbot. Brrrrrr. Aber jetzt, hier kommt die Königin: ÖFFNUNGSDISKUSSIONSORGIEN! Herrlich, ich mag‘s, und die Kanzlerin hat so was von Recht! Und immer wieder Quarantäne. Woher kommt das Wort eigentlich? Sicherlich aus dem Französischen: Quarante heißt 40. Ein Zeitraum von 40 Tagen ist dann wohl eine Quarantaine, so wie eine Semaine ein Zeitraum von 6 Tagen ist, also eine Woche, eigentlich (haben die den Sonntag nicht mitgezählt?). Aber das Schönste, Schlichteste und doch Wichtigste aller Wörter, ich liebe es und würde es für den ersten Preis vorschlagen, ist: ABSTAND. April / Juli 2020

CORONA: SHUTDOWN

Montag, 16. März 2020

Kekulé hat bei Anne Will erläutert, wie und warum die jetzt eingeschlagene Linie überhaupt funktionieren kann und warum etwas so Unglaubliches gelingen kann wie in Wuhan, die Corona-Seuche beinahe zu besiegen. Bis zu dem Augenblick hatte ich’s für chinesische Propagandazahlen gehalten. Wenn es uns nämlich gelänge, das öffentliche Leben praktisch komplett für einen Zeitraum von nur zwei Wochen lahmzulegen – dann wäre Corona durch. Die einen hatten’s und sind wieder gesund (bis auf die wenigen Opfer); die anderen sind für zwei Wochen vor Ansteckung geschützt gewesen, und länger hält sich das Virus nicht. Nach zwei Wochen ist Covid-19 weg. Praktisch komplett weg, zunächst mal. Und dann könnte man fachgerecht die zweite Verteidigungslinie aufbauen. (Natürlich geht es auch zuerst einmal darum, etwas Zeit zu gewinnen, die Zahl der Infektionen ein wenig zu strecken, damit nicht auf den Intensivstationen die Sicherung durchbrennt. Aber wenn es nur darum ginge, müssten wir den Ausnahmezustand für etliche Monate durchhalten, bis endlich ein Impfstoff verfügbar ist: Das allein kann es nicht sein. Wir brauchen nicht eine leichte Infektionsbremse, sondern eine Vollbremsung. Nicht das „Containment“, sondern das „Roll Back“.) Zwar: Einen so kompletten Shutdown bekommen wir wohl nicht hin, gleichwohl: Über vier Wochen die Schulen zumachen, die Kitas (was am schwersten ist), die Theater, die Museen, die Schwimmbäder, die Restaurants und alles – das kann schon wirklich viel bringen, möglicherweise die Seuche in die Knie zwingen. Das funktioniert aber nur, wenn sich die Menschen dran halten; wenn dann nicht nächtliche School’s-out-parties gefeiert werden, mit zig grölenden Jugendlichen, wie Freitag in meiner Nachbarschaft. Wunderbar war der Sonntagnachmittag im Schlossgarten. Die halbe Stadt war, schien es, bei herrlichem Frühlingswetter auf den Beinen. Da hieß es natürlich: Immer schön Abstand halten, niemandem nahekommen. Aber das geht da draußen wunderbar, ist gesund, es gibt immer noch genügend sozialen Kontakt, keiner kriegt den Lagerkoller. Wirklich vorbildlich ist die Ansage, die die Leiterin des Studienseminars Oldenburg für Gymnasien auf der Website (www.studienseminar- oldenburg.de) gemacht hat: Alle Termine mit Personenkontakt absagen, keine Sitzungen irgendeiner Art; niemand, außer in dringenden Notsituationen, betritt das Verwaltungsbüro; alles telefonisch, per Mail, wichtige Akten in den Briefkasten. Auch diese Ansage nur per mail, dann auf die Website. – Ganz unverantwortlich hingegen öffentliche Einrichtungen, die – ohne ganz große Not – jetzt noch Kunden- oder Benutzerkontakt am Tresen zulassen, womöglich zu Betriebsversammlungen mit 50 oder mehr Teilnehmern zusammenrufen. Die Mitarbeiter kommen abends nach Hause und stecken ihre Familie an. Das Schöne ist, dass die, die uns regieren, mit ruhiger, sicherer Hand die richtigen Entscheidungen treffen. Wohl dem Land, das einen Stefan Weil als Ministerpräsidenten hat: „Meine herzliche Bitte an alle Nachbarn: Schauen Sie, wer in Ihrer Umgebung genau jetzt Unterstützung gebrauchen kann.“ Und doch: Wie sagt die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts? „Letztlich ist jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ein guter.“ Sagt alles ab. Macht alles dicht. Für zwei oder vier Wochen. Arbeitet an eurem Schreibtisch im Büro oder zuhause. Davon geht Deutschland nicht unter. Bleibt gesund. Euer Ralf Beiderwieden 16. März 2020